Arminia siegt im ersten Pflichtspiel des Jahres verdient mit 1:0
Lange drei Monate musste der Anhang des SVA warten, bis es wieder Pflichtspielkost serviert bekam. Der harte Winter hatte nicht nur die Vorbereitung erschwert, sondern auch die ersten beiden Landesligapartien ausfallen lassen. Nun sorgten frühlingshafte Temperaturen und das gewohnt bestens präparierte Geläuf in Bischofshol dafür, dass das Warten ein Ende hat. Mit dem 1.FC Wunstorf stellte sich ein Gast vor, der sich in der Winterpause prominent verstärkt hatte und sogar ein Trainingslager in der warmen Türkei aufschlug. Große Ambitionen also an der Barne, aber der SVA ließ sich nicht beeindrucken und lieferte sein wohl bestes Saisonspiel ab.
Parallelen zum Hinspiel
Henrik Larsen beorderte gleich drei Winterneuzugänge in die Startelf. Zentral begann Dag Rüdiger, in der Spitze sollte Björn Masur endlich für mehr Torgefahr sorgen und gesellte sich zu Aron Gebreselasie und mit Anton Zholud verdrängte ein junger, talentierter einen anderen jungen, talentierten Ukrainer. Vladyslav Pronko saß zunächst auf der Bank. Die Wunstorfer reisten mit viel Rückenwind an, gewannen sie ihr Auftaktspiel auf Kunstrasen in Goltern gegen das Schlusslicht Germania Ochtersum mit 5:0. Doch den besseren Start erwischten die Mannen in blau. Zwei Minuten waren gespielt, da eroberte Dag Rüdiger den Ball, flankte und fand Aron Gebreselasie, der hauchzart über das Tor spitzelte. Das hätte die frühe Führung sein können! Fortan neutralisierten sich beide Teams, die Blauen standen sortiert und spielten bei Balleroberung schnell nach vorne. Gefährlich wurde es nach 30 Minuten wieder, Yannick Bahls flankte und ließ den Ball fast ins lange Eck plumpsen. Es begann die starke Phase der Arminen, die bis dahin defensiv alles im Griff hatten. Anis Nehme legte zunächst auf Aron Gebreselasie auf, der erneut drüber zielte. Zwei Minuten später erlief sich der Stürmer einen langen Ball und konnte nur regelwidrig vom Schlussmann der Wunstorfer gestoppt werden, der ihn wüst von den Beinen holte. Anis Nehme schnappte sich die Kugel und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher, wie im Hinspiel, zur Führung. Wie im Hinspiel blieben die Blauen dran und hatten weitere Chancen durch Aron Gebreselasie, der einmal von Yannick Bahls und einmal von Björn Masur bedient wurde. Dann war Halbzeit in einer Partie, in die der Gast nie richtig reingefunden hatte und die Blauen immer wieder gut umschalteten. Die Doppelspitze mit Aron Gebreselasie und Björn Masur suchten immer wieder denn Abschluss und sorgten für Gefahr. Knappe Führung, Pause.
Hinten brennt nichts an, vorne fehlt der Deckel auf dem Topf
Mit Beginn der zweiten Halbzeit begann die stärkste Phase von Wunstorfs Ensemble, welches kurz nach Wiederanpfiff mit einem Freistoß gefährlich wurde. Diesen parierte Dominik Grimpe im Kasten glänzend, bevor es im Nachgang der folgenden Ecke unschön wurde. Ein Wunstorfer nutzte die Möglichkeit eines Kopfballduells, um einen Strafstoß schinden zu wollen und musste sich einige Worte des Lahmannhügels anhören. Die extra herbeigeeilte Betreuerin konnte mittels Schwamm die Schamesröte aus dem Gesicht tupfen und die Verweiflung der Gäste ob ausbleibender Torchancen wurden durch diesen Akt erst deutlich. Es sollte die letzte Torchance bis zur Schlussminute sein, denn fortan regierte nur noch die Mannschaft in blau. Hinten leidenschaftlich und kompromisslos und nach vorne schnell und schnörkellos war es insbesondere David Sitzer, der sich hier Bestnoten verdiente. In der 64. Minute scheiterte er noch selbst in aussichtsreicher Position, zuvor hatte es Yannick Bahls probiert. Immer wieder entnervte die Defensive den Gegner wie schon im Hinspiel und ließ die Wunstorfer Tormaschinerie einrosten. Der gerade eingewechselte zusätzliche Stürmer musste nach 80 Minuten mit glatt rot wieder vom Platz, nachdem er Anton Zholud rüde von hinten in die Beine grätschte. Folgerichtig drängte der SVA in Überzahl auf die Entscheidung und hatte diese in Person des eingewechselten Abdulmalik Abdul auf dem Fuß, der das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus kürzester Distanz noch über das Tor zu bugsieren. Auch Björn Masur hatte noch zwei sehr gute Abschlüsse und scheiterte im Duell mit Wunstorfs Schlussmann. Dennoch ist festzuhalten, dass genau diese Geradlinigkeit im Abschluss dem SVA in der Hinserie gefehlt hat. Längst hätte es 2:0, 3:0 oder gar 4:0 stehen können, ja müssen. Tat es aber nicht und im Fußball kennt man diese Situationen. So kam in der Schlussminute ein Wunstorfer Spieler mit blauer Vergangenheit und andalusischen Wurzeln an den Ball, drosch diesen aber volley über das Tor. Glück gehabt! Auch die knapp zehnminütige Nachspielzeit überstand der SVA sicher und durfte sich am Ende über einen Heimsieg freuen, der auch deutlicher hätte ausfallen können. Aber nach dieser rundum gelungenen Leistungen gibt es keinen Grund, ein Haar in der Suppe zu suchen. Das war wirklich bockstark und so starten wir gerne ins Spieljahr 2026. Im Anschluss wurde die Wiederaufnahme des Spielbetriebes in der örtlichen Gastronomie ausgiebig gefeiert und strahlende Gesichter zeugten davon, dass die fußballfreie Zeit nun wirklich endlich vorbei ist. Endlich.
Nächsten Sonntag Stadtderby
Nach dem ersten Heimspiel folgt das erste Auswärtsspiel des Jahres und das hat es in sich. Im Duell zweier ehemaliger Zweitligisten geht es für die Blauen ins Oststadtstadion oder was davon noch übrig ist. Der OSV spielt eine gewohnt stabile Saison und rangiert vor dem SV Arminia. Das muss ja nun nicht sein. Die beste Chance, daran etwas zu ändern, besteht im direkten Duell. Nächsten Sonntag, 15 Uhr. Mehr Infos demnächst.