Auswärtssieg in Bavenstedt
Kriege, Klimakatastrophe, Krisen und Kleingarteneinsätze. Die Welt ist voller schrecklicher Nachrichten und es fühlt sich so an, als würden sie immer mehr und erreichten uns immer schneller. In diesen Zeiten ist es manchmal der kleine Funken Hoffnung, der die Menschen bewegt und Ihnen Mut gibt. So kann es nicht weitergehen. Seit einer Woche fiebert Deutschland mit Timmi mit, dem im Ostsee gestrandeten Buckelwal und hofft, dass er doch irgendwie schafft, sich freizuschwimmen und in die Nordsee zurückzukehren. Ähnlich fiebern viele Menschen mit dem SV Arminia, der ähnlich mächtig, gewaltig und manchmal auch umständlich wie ein Buckelwal daherkommt. Die Menschen fiebern mit ihren Blauen, auf die Rückkehr in andere Gefilde und so steht der Verein doch auch für Hoffnung und das Gute in der Welt. Ein bisschen zumindest. Ein bisschen gab er gestern auch zurück.
Erst krault der SVA davon, dann kommt er ins schwimmen
Zum Glück kennt sich der SV Arminia mit dem Walfang aus. Henrik Larsen hat bekanntlich auf den Färöer-Inseln trainiert, eines der wenigen Länder weltweit, die den Walfang noch praktizieren und damit ein wenig aus der Zeit gefallen wirken wie der SV Arminia. Auch der Präsident des SV Arminia weilt häufig in seiner zweiten Heimat, verfasst gerade ein Kochbuch über färingische Walgerichte und schreibt an einem Skript für einen Kinofilm über die Befreiung von Walen. Der Titel soll geheim bleiben, aber „Free Willig“ sickerte bereits durch. Kapitän Larsen musste die Besatzung seiner Walfangflotte umsortieren, verzichtete erneut notgedrungen auf seinen Steuermann Moritz Alten und konnte wieder auf Justin Grete setzen. Dieser hatte seine Rotatorenmanschette heilen lassen und lief sehr zur Freude der abermals reisefreudigen Arminen kurzärmelig und ohne Handschuhe auf. Wer Ende März für Hoffnung sorgen will, trägt keine Handschuhe beim Fußball. Außer man ist Torwart und diese Position sollte noch wichtig werden. Das erste Highlight setzte Dag Rüdiger, der in der fünften Minute seinen Gegner tunnelte. Nach einer Viertelstunde forderte das heimische Publikum mehr Niveau, aber wer wünscht sich das nicht? Zu dieser Zeit schwamm sich der SVA frei, ließ die Sandbank des Abtastens hinter sich und näherte in Person von David Sitzer sich dem Tore des Gegners an. Kurz danach leitete Björn Masur mustergültig ein, legte zurück und aus kürzester Distanz vergab David Sitzer frei vorm Bavenstedter Tor! Das hätte die Führung sein müssen! Es sah gut aus für die Blauen, die nun Fahrt auf offene See nahmen und das Spiel im Griff hatten. Nach 25 Minuten passierte jedoch etwas, was jeden Lehrgang für Fußballtrainer nichtig erscheinen lässt. Der Coach der Gastgeber forderte seine Mannschaft auf, aktiver zu werden und die tat das einfach auch. So einfach geht das? Verrückt. Die Bavenstedter zogen das Spiel nun an sich wie die Küstenwache den Wal in der Lübecker Bucht. Ein erster Freistoß ging noch knapp neben das Gehäuse von Dominik Grimpe, aber die Chancen häuften sich. Kurz vor der Pause eine erste Glanztat von Dominik Grimpe, der einen Torschuss mustergültig an den Außenpfosten zur Ecke lenkte. Diese wurde ebenfalls gefährlich und wieder rettete Dominik Grimpe grandios. Pause. Die Blauen starteten stark und hoffnungsfroh, kamen dann aber ähnlich vom Weg ab wie Timmi auf dem Weg nach Hause. Zum Glück blieb den Blauen die Wismarer Bucht erspart, aber einen Grog zum aufwärmen dürfte es gegeben haben.
Dominik Grimpe gewinnt das Scheibenschießen für den SVA
Der SVA kam gestärkt aus der Kabine und begann erneut stark. Zunächst wurde Dag Rüdiger zweimal elfmeterreif im Strafraum gelegt, der anschließende Pfiff blieb aber aus. Die Blauen hatten zur Pause zweimal gewechselt, unter anderem blieb Vladyslav Pronko in der Kabine, der seine Fähigkeiten aus der ukrainischen Schwarzmeerflotte bereits ausgespielt hatte. Für ihn kam Ahmed Belgacem, der es direkt mediterran versuchte und Yannick Bahls mit einer formschönen Flanke bediente, die dieser aber nicht verwerten konnte. Nun begann die wilde Jagd um den Wal und die Erinnerungen an Moby Dick waren sofort präsent. Der Gastgeber aus Bavenstedt mutierte zu einem Kapitän Ahab, wenngleich man ohne Holzbeim auflaufen konnte. Der blaue Wal wehrte sich und zeigte in Person von Dominik Grimpe eine erste Glanztat. Im Gegenzug scheiterte der gerade eingewechselte Abdulmalik Abdul aus spitzem Winkel. Wiederum nur eine Minute später rettete Dominik Grimpe im direkten Duell mit Bavenstedts Angreifer und hielt die Hoffnungen des Wals aufrecht. Der große Widersacher von Ahab in Melvilles Roman ist Steuermann Starbuck, der später noch eine erfolgreiche Kaffeehauskette gründen sollte. Dieser Widersacher im Spiel der Blauen war Dag Rüdiger, der seine erneut starke Leistung mit einem Sahnepass auf Björn Masur krönte, der seine Gegenspieler wie lästigen Beifang abschüttelte und zur Führung netzte. Das traf die Gastgeber wie eine Harpune ins Herz, auch wenn dies nur als Metapher zu verstehen ist. Harpunen und Gewalt haben im Stadion nichts verloren, dafür gibts den Fischfang. Die Bavenstedter kämpften nun verbissen, der SVA agierte orientierungslos wie Blauwal Timmi in der Ostsee und hätte den Sack längst zumachen müssen, aber bei den Konterchancen fanden die Blauen den passenden Ausweg genauso wenig wie Timmi den Fehmarnbelt. Abdulmalik Abdul alleine hatte zwei gute Möglichkeiten. So musste also Dominik Grimpe retten und das tat er. Er mutierte zu Küstenwache, Greenpeace und Meeresbiologe mit Youtube-Kanal in einem und hielt den Wal am Leben. Mit einer der Paraden der Saison nach 80 Minuten lenkte er den Ball übers Eck! Danach wurde kurz Dominik Grimpe ins Netz gewickelt, anschließend wuchtete er einen Angreifer in die Maschen aber beides im Bereich der Fangquoten. Zwei Ecken der Bavenstedter musste der SVA noch überstehen und Dominik Grimpe im Fallen in der Nachspielzeit und dann war der Auswärtssieg perfekt. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, die besseren Chancen aber keinen Dominik Grimpe im Tor. So kehrte die Hoffnung zurück an den Bischofsholer Damm, drei Punkte auf dem Konto und die Aussicht, dass es doch noch das Gute geben kann im Leben. Es ist nicht alles schlecht und manchmal gibt es auch ein gutes Ende. Während des Verfassens dieser Zeilen liegt Timmi mal wieder auf einer Sandbank fest und es bleibt unklar, ob die Rettung gelingt. Nach dem gestrigen Tage müsste man sagen, dass es eigentlich nur einer schaffen kann, das Tier zurück in den Atlantik zu bringen. Ob Dominik Grimpe bereits auf dem Weg an die Ostsee ist, ist nicht überliefert. Wir glauben daran!
Nachholspiele terminiert
Mittlerweile wurden auch die beiden noch ausstehenden Nachholspiele angesetzt. Am Mittwoch, 22. April geht es um 19 Uhr beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide um Landesligapunkte. Das Spiel beim STK Eilvese findet am Dienstag, 05. Mai um 19 Uhr statt.
Zwote am Sonntag im Einsatz
Die Zwote trifft in der 3. Kreisklasse heute daheim in Bischofshol auf die SG Bredenbeck-Holtensen/Wennigsen und möchte durch einen Heimsieg weiter um den Aufstieg mitspielen. Anstoß am Sonntag ist um 13 Uhr. Ostern hat die Erstvertretung spielfrei, was auch eine Seltenheit ist. Weiter geht es erst am 12. April um 15 Uhr in Bischofshol gegen den TSV Godshorn.