In letzter Sekunde gelingt den Blauen der Heimsieg gegen Ochtersum

Wenn der Tabellenletzte zu Gast ist, dann kennt man die Geschichte in Bischofshol. BW Papenburg, Blau-Weiß Bornreihe und Ahlerstedt-Ottendorf waren solche Kapitel, in denen ein abgeschlagenes Schlusslicht ins RKS kommt und mit einem Dreier wieder abgereist. Man war also gewarnt und dennoch geisterten Phantasien von Kantersiegen durch die Südstadt. Dass diese Phantasie nicht in einem Alptraum endete konnte erst in letzter Sekunde abgewendet werden. 

Ochtersum zur Pause die bessere Mannschaft

Dominik Grimpe kehrte bei den Blauen genesen zurück und auch ansonsten rotierte Henrik Larsen kräftig durch. Shin Akimoto und Björn Masur begannen offensiv, Malik Dieudonne Mamadou defensiv. Das Spiel startete aber erstmal zähe wie Leder. Malik Diedonne Mamadou rettete nach zehn Minuten erstmals, drei Minuten später klärte Moritz Alten zur Ecke. Die erste richtige Torannäherung der Blauen wurde durch eine Flanke von Shin Akimoto initiiert, die Gäste aus dem Hildesheimer Stadtteil Ochtersum musste schon selbst tätig werden, um Gefahr für den Gästekasten zu erzeugen. In den folgenden Minuten hatte das Tabellenschlußlicht deutlich Oberwasser, kam zu drei guten Torchancen und zuletzt sogar zu einer Riesenmöglichkeit, die nicht im Arminentor untergebracht werden konnte. Ein Matchplan der Blauen war nicht zu erkennen, die Aktionen nach vorne waren unklar wie norddeutscher Küstennebel. Dag Rüdiger hatte zehn Minuten vor dem Pausentee den ersten Torabschluss, Aron Gebreselasie versuchte es kurz vor Ende des Durchgangs aus der Distanz. Die Arminen waren einem Tor aber so weit entfernt wie die Erde vom Mond und mit dem torlosen Remis sogar noch gut bedient. Das Spiel bis hierhin war pomadig wie nach dem einwirken einer ganzen Tube Brisk. Zum Glück lief das Einbecker flüssig wie eh und je und konnte golden wie die Zwanziger genossen werden und das war auch bitter nötig.

Björn Masur erlöst die Blauen

War die erste Halbzeit zäh wie ein Steak vom heimischen Familiengrill, welches mit großem Sachvestand zu einer Schuhsohle gegart wurde, ging die zweite Halbzeit gleich mit einem Aufreger los. Die Blauen verteidigten eine Ecke schwach und sprachen dem Gast eine Einladung aus, welche diese sodann auch annahmen. 0:1 nach knapp 50 Minuten! Die Blauen wurden nun wach wie nach einem doppelten Espresso und wechselten dreifach. Yannick Bahls nahm einen langen Ball von Moritz Alten auf, profitierte von der Zeitlupengeschwindigkeit der Ochtersumer Hintermannschaft und schob überlegt zum postwendenden Ausgleich ein. Die Blauen waren nun da und zeigten Willen, das Spiel hier auf jeden Fall gewinnen zu wollen. Einen Preis für große Spielideen gab es auch in der Folge nicht zu gewinnen, aber der Einsatz stimmte! Björn Masur erkämpfte etwa stark eine Ecke, die leider verpufte. Generell waren die Standards schwach wie Wasser. Ohne Standard versuchte es der eingewechselte Abdulmalik Abdul, der sich zunächst gut durchsetzte, dann aber scheiterte. In der zerfahrenen aber spannenden Schlussphase rang Moritz Alten seinen Gegner zunächst im griechisch-römischen Stile nieder, bevor Björn Masur zunächst sehenswert abzog, aber nur den Pfosten traf. Es lief bereits die Nachspielzeit, als der ebenfalls einegewechselte und erneut sehr agile Frank „the Tank“ Emeka Munu den Ball erst an drei Gegnern vorbeidribbelte und wuchtig abschloss. Der Ball verfehlte den Kasten der Ochtersumer nur knapp. Fünf Minuten Nachspielzeit waren bereits gespielt, als Björn Masur die Murmel auf den Schlappen bekam. Wie ein Mittelstürmer es nunmal so macht, zog er sofort ab und versenkte den Ball im langen Eck! Jubel, Freude, Heiterkeit und der direkte Abpfiff! Wahnsinn, mit der letzten Aktion rettet der SVA den Sieg gegen den Tabellenletzten, der so gar nicht wie einer auftrat. Selbstverständlich freut man sich als Fan der Blauen über solch einen Sieg, aber ein kurzer Moment des Mitgefühls gebührt auch den wacker kämpfenden Gästen, denen nur Sekunden am Punktgewinn fehlten. Über die Leistung soll ansonsten besser geschwiegen werden, denn das war eher dünn wie Pergamentpapier. Der Wille hingegen hat die Wende gebracht und ein Sieg ist ein Sieg. Nun heißt es erstmal Regeneration nach dieser englischen Woche, bevor am kommenden Sonntag der TSV Mühlenfeld zu Gast sein wird. Die Zwote hat ihr Wochenende ebenfalls siegreich bestritten und etwas fürs Torverhältnis getan. 9:0 hieß es am Ende gegen den VfV Hainholz, den Schlusspunkt setzte die Landesligaleihgabe Aleksejs Petrovs.

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Sonntag, 22.03.2026, 15:00 Uhr:
SV Arminia Hannover gegen TSV Mühlenfeld
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