Torloses Remis im Nachholspiel
Am gestrigen Mittwoch trat der SV Arminia zum Nachholspiel beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide an. Gespielt wurde auf dem D-Platz in der letzten Ecke des weitläufigen Areals irgendwo zwischen dem Bretterverschlag für das Sportabzeichen und diversen Feldern für ein Spiel namens Boule. Das Spiel zwischen dem TSV und dem SVA gestaltete sich ähnlich nervenaufreibend wie diese französische Trendsportart, aber am Ende hält die Serie von nunmehr 21 Spielen ohne Niederlage und das ist doch wirklich stark!
Wenig Highlights in Halbzeit eins
Henrik Larsen, ein Freund moderner Trendsportarten, startete mit derselben Elf, wie sie ab Minute neun ein Feuerwerk in Tündern zündete. Boule ist ein Überbegriff für verschiedene Kugelsportarten, so wie Fußball ein Überbegriff für verschiedene Arten dieses Spieles ist. Gab es letzten Sonntag noch ein Feuerwerk der Torchancen, gab sich der SVA dieses Mal wieder dänisch bedacht und konzentrierte sich auf die Defensive. Boulesportarten sind in der Regel Präzisionssportarten und mit Präzision hatte das Spiel der Krähen gegen den SVA zunächst wenig zu tun. Nach drei Minuten gab es die beste Chance der Blauen in Halbzeit eins, aber Shin Akimoto deutete an, dass Präzision nicht sein Ding ist, weswegen wir ihn vermutlich auch so selten beim Petanque sehen, der populärsten Boulesportart. Die Grundregeln des Petanque sind einfach, da die Zielkugel mit möglichst vielen Kugeln möglichst nah belagert werden soll. Dies versäumte der SVA in Halbzeit eins offensiv, ließ hinten jedoch unbekannte Schwächen zu. Zunächst verdaddelte Vladyslav Pronko leichtfertig und ließ so eine gute Chance der Hausherren zu, dann verlor der in Tündern starke Debütant Pa Salieu Njie den Ball in der Vorwärtsbewegung zu einfach und hatte Glück, dass die Krähen diesen Ballgewinn nicht gut ausspielten. Eine andere Form des Boulesports ist Boccia, welches auch bei den Paralympics gespielt wird. Ganz so schlimm war das Fußballspiel nun nicht, aber der Freistoß der Hausherren aus guter Position in die Mauer sah einem mißglückten Raffa-Wurf schon recht ähnlich. Der SVA hatte noch eine letzte Möglichkeit kurz vor der Pause, der Lette Aleksejs Petrovs setzte sich zunächst gut durch, verpasste dann den Zeitpunkt des Abschlusses und kolidierte dann unglücklich mit dem Fangzaun. Symptomatisch für das Spiel, welches torlos in die Halbzeit ging. Zeit, die. Kugeln zu polieren.
Auch in Halbzeit kaum Gefahr
Boule Lyonnaise ist eine Form des Boules aus der Stadt Lyon und hat eher sportlichen Charakter. Sportlich ging es in Halbzeit zwei weiter, Dag Rüdiger und David Sitzer kamen ins Spiel und bescherten dem SVA deutlich mehr Ballbesitz und Dominanz. Eine erste Chance vergab Aleksejs Petrovs nach 58 Minuten, bevor es kurz danach hektisch wurde. Ähnlich wie beim Boule Lyonnais kochten die Emotionen hoch, als Ahmed Belgacem den Ball nicht ins Aus spielte, sondern den Abschluss suchte. Zuvor hatte der Schiedsrichter das Spiel nicht unterbrochen und allen Anwesenden war bewusst, dass der sich abgelegte Spieler der Krähen eher eine Konzentrationspause brauchte als das eine Verletzung vorlag. Rudelbildung, gelbe Karte und etwas Schwung! Kurz danach hatte José Gasperini eine gute Tormöglichkeit, bevor Ahmed Belgacem für seine Aktion bitter bezahlen musste und von einem Spieler der Hausherren auf Höhe der Mittellinie mit dem Ellenbogen im Gesicht niedergestreckt wurde. Während in der englischen Variante des Boulesports, selbstredend Bowls genannt, die Netiquette noch etwas zählt, hätte hier zwingend ein Platzverweis die Folge sein müssen. Das es nicht einmal eine gelbe Karte gab, war schon nicht nachvollziehbar. Die Arminen hatten nun deutlich mehr vom Spiel und spielten sich Halbchancen heraus. David Sitzer nach 75 Minuten und José Gasperini drei Minuten später hatten die besten davon, im La Longue hätte das vermutlich zur Führung gereicht. Defensiv hatten die Blauen in Person von Dominik Grimpe das Glück des Tüchtigen, spielte er doch unbedrängt dem Gegner den Ball in die Füße. Es gehört zur Geschichte des Spiels, dass dieser das verwaiste Tor um Längen nicht traf. So endete ein Spiel torlos, welches auch kein Tor verdient gehabt hatte. Die Serie aber hält, man ist immer noch ungeschlagen und der TSV aus Krähenwinkel und Kaltenweide auch keine Laufkundschaft. Das Unentschieden nehmen wir gerne mit, aber am kommenden Sonntag wäre ein Tor auch wieder schön.
Sonntag Heimspiel gegen Bruchhausen-Vilsen
Am kommenden Sonntag kommt mit dem SV Bruchhausen-Vilsen ein Verein aus dem Tabellenkeller an den Bischofsholer Damm. Anpfiff ist um 15 Uhr. Die Zwote spielt zuvor um 13 Uhr bei der Drittvertretung des TSV Goltern.