Arminia gewinnt das etwas andere Stadtderby mit 3:2
Es war alles etwas anders bei diesem Duell zweier ehemaliger Zweitligisten. Aufgrund von Baumaßnahmen im heimischen Oststadtstadion trug der OSV sein Heimspiel nicht in Bothfeld aus, sondern in Bischofshol. Die Südstädter waren wiederum Gast im eigenen Stadion und hatten die vermutlich kürzeste Anreise zu einem Auswärtsspiel seit Vereinsgründung. Die Blauen also zu Gast im RKS, die Fans wanderten vom Lahmannhügel zum Auswärtsblock, Dauerkarten des SVA hatten keine Gültigkeit und das gewohnte Stadionheft erschien auch nicht. Immerhin spielten die Blauen auch in blau und nicht im Auswärtsdress, vielleicht um die Verwirrung komplett zu machen. Wieviele Zuschauer und Zuschauerinnen das Spiel verpassten, weil sie zeitgleich vor dem Oststadtstadion vor verschlossener Türe standen, ist nicht überliefert. Auch für Coach Yilmaz Dag war es ungewohnt, coachte er doch bis Sommer den OSV und musste blau statt rot dirigieren. Damit ihm dies einfacher fällt, zogen sich gleich vier Kicker ein blaues Trikot, die letzte Jahr noch rot trugen. Es war alles eben etwas anders an diesem Spieltag.
Hohes Tempo in Durchgang eins
Die Blauen starteten fast unverändert zu letzter Woche, nur Samuel Owusu kreiselte für Retwan Defli in die Startelf. Immerhin hier sollte es nicht großartig anders werden. Als Gast hatte der SVA bei der Platzwahl das Erstwahlrecht und spielte zunächst auf den Lahmannhügel, auch mal was anderes. Es schien recht gut zu funktionieren, denn vom Start weg erzeugte der SVA Druck. Yasin Ayaz hatte nach fünf Minuten die erste gute Aktion, drei Minuten später meldete sich der Gastgeber aus der Oststadt im Süden an. Einen Konter nagelte der Bothfelder Stürmer geräuschvoll ans Gebälk von Dominik Grimpe. Auf der anderen Seite ging der SVA nach zehn Minuten eher nach alter Schule in Führung. Ecke Ferhat Bikmaz, Bülent Durduran verlängerte mit seinem Seitenscheitel und am Fünfer nickte Moritz Alten so eiskalt ein, dass sogar die Bischofsholer Duschen warm dagegen sind. Die Blauen legten nach, eine Flanke von Yasin Ayaz setzte Hamilton Kuffour nur knapp neben das Gehäuse. Eine wirklich pfefferige Anfangsphase wurde nach knapp 20 Minuten noch hitziger, als sich der sogenannte Derbycharakter auch auf dem Rasen zeigte. Yannick Bahls und sein Gegenspieler gerieten aneinander und leisteten sich ein Wortgefecht, welches gewiss nicht jugendfrei gewesen sein dürfte. Offensichtlich setzte diese Würze aber Energie beim Team aus der Oststadt frei, die tief im Süden der Stadt nun aufdrehte und sich mit der ersten Aktion den Ausgleich bescherte. Die Blauen waren zu weit weg von ihren Gegenspielern und bekamen nach eigenem Ballverlust den Zugriff nicht mehr hergestellt. Die Arminen antworteten zunächst postwendend, doch Dag Rüdigers stark erkämpfter Ball kam nicht an. Die Gastgeber in rot, dass es soetwas mal geben würde, wiederum verpassten die Führung mit einem erneut starken Angriff nur knapp. Zwei Minuten später fiel sie dann doch, Keeper Dominik Grimpe wurde per Kopf überwunden und der SVA lag hinten. Eine knappe halbe Stunde war gespielt und nach den ersten zwanzig Minuten hatte man das nicht kommen sehen, danach deutete es sich schon an. Ganz schön was los und diese Halbzeit war noch lange nicht zu Ende! Das Team von Yilmaz Dag brauchte etwas, um wieder in die Spur zu kommen. Samuel Owusu flankte, Hamilton Kuffour köpfte zwar weit daneben aber setzte damit ein Zeichen. Es ging wieder was. Yasin Ayaz versuchte mal was Anderes an diesem Spieltag, an dem ohnehin vieles anders war und versuchte es aus der Distanz. Aus knapp 25 Metern klatschte sein Abschluss an die Latte der Oststädter! Tief in der Nachspielzeit dann die Belohnung für die Blauen. Erneut erkämpfte sich der ohnehin sehr agile Yasin Ayaz den Ball, sein Torschuss wurde noch abgefälscht und wurde zur Bogenlampe, die im Ecke des Oststädter herunterfiel und damit den Ausgleich bedeutete! Das Spiel wurde gar nicht mehr angepfiffen und turbulente 45 Minuten waren zu Ende gespielt. Hier war was los!
David Lučić entscheidet das Spiel
Die zweite Halbzeit begann ähnlich temporeich wie der erste Durchgang. Zwei Abschlüsse von Samuel Owusu zu Beginn zeigten direkt, dass es einfach so weitergehen würde. Yilmaz Dag wechselte im Anschluss und brachte Retwan Defli und den Wiederkehrer Erhan Yilmaz, der nach knapp 20 Jahren wieder ein Pflichtspiel in blau bestreiten durfte und dieses auch gleich stark begann. Sofort wurde er zum Angelpunkt und neben ihm drehte der ohnehin auffällige David Lučić auf. Eine schöne Flanke von Robin Wedemeier nahm Retwan Defli direkt und scheiterte. Kurz danach eroberte Dag Rüdiger den Ball, steckte auf David Lučić durch, der sich durch die Abwehr der Oststädter dribbelte und dann fein zur Führung einschob. Eine verdiente Führung nach knapp einer Stunde und die Belohnung für eine starke Leistung des Spielmachers. Wer nun dachte, dass der OSV nun geschlagen sei, der täuschte sich. Ähnlich wie in der ersten Halbzeit kamen die Bothfelder zurück und nach einer schönen Rücklage wurde zum dritten mal in diesem Spiel der Ball ans Alumium gesetzt. Zwei Minuten nach der Führung der Blauen war also klar, dass dieses Spiel noch nicht durch entschieden war. Die Blauen übernahmen aber fortan an das Kommando, hatten viel Ballbesitz und ließen Ball und Gegner gut laufen. Der OSV war stets noch im Spiel, aber zunächst nicht gefährlich. In der Schlussphase wurde es dann wieder heiß. Zunächst klärte Erhan Yilmaz einen Eckball auf der Linie, dann hatte Ferhat Bikmaz die Entscheidung auf dem Fuß. Eigentlich war der Schlussmann des OSV schon ausgespielt, eigentlich war der Weg zum vierten Tor des Tag weit offen, aber eigentlich entschied sich Ferhat Bikmaz für die uneigennützige Variante und für ein Abspiel, welches nicht im Tor landete. Das hätte die Entscheidung sein müssen! In der Nachspielzeit hätte auch Retwan Defli das vierte Tor der Blauen machen können, vielleicht auch müssen, aber aus spitzem Winkel verzog er. Vielleicht wäre hier die Uneigennützigkeit der vorangegangen Torchance angebracht gewesen. Sei es dem drum, danach war Schluss und der SVA gewann ein hochattraktives Derby auswärts in Bischofshol mit 3:2! Die Truppe bedankte sich im Anschluss beim Gästeanhang, erntete zurecht viele Schulterklopfer und hatte vieles richtig gemacht an diesem Tag.
Nächstes Wochenende wieder Bischofshol, aber mit einem Heimspiel
Am kommenden Sonntag geht es wieder in Bischofshol zur Sache, aber dann genießt der SV Arminia wieder Heimrecht. Zu Gast sind dann die Kirschen von Blau-Weiß Neuhof. Eine schöne Farbkombination, wie wir finden. Punkte gibts dafür aber trotzdem nicht geschenkt.
Zwote und Damen verlieren
Nicht so erfolgreich verlief das Wochenende für die anderen Teams des SV Arminia. Die Zwote unterlag dem TSV Kirchrode II nach großem Kampf mit 0:1, die 1. Damen schied im Pokal beim 1. FC Wunstorf mit 1:3 aus. Trainerin Maya Dratwa gab ihr Debüt an der Seitenlinie, konnte aber auch nicht verhindern, dass Pokalspiele nicht so die ganz große Erfolgsgeschichten des SV Arminia sind.