Später Heimerfolg gegen Neuhofer Kirschen

Das dritte Landesligaspiel der Saison stand an, zum dritten Mal im RKS und dieses Mal als Heimspiel gegen den Aufsteiger Blau-Weiß Neuhof. Der Aufsteiger aus dem Hildesheimer Stadtteil war mit einem Achtungserfolg in Wunstorf in die Saison gestartet, bekam aber zuletzt gegen Ramlingen die Grenzen aufgezeigt. Die Kirschen, wie sich die Blau-Weißen aufgrund ihrer bekannten Streuobstwiesen und der Kirschblütenzeit als Ausflugsmagnet nennen, waren also schwer auszurechnen. Zum Glück hatte Arminen-Coach sein Strasburger, die allseits bekannte Standardfibel der Botanik, noch im Keller und wusste deshalb Süß- von Sauerkirschen zu unterscheiden.

Viel Dampf und doch noch keine Kirschernte

So verwunderte es nicht, dass Hobby-Botaniker erstmals in dieser Saison Emin Sassi in die Startelf berief. Der Innenverteidiger spielte bis vor einem Jahr noch selbst in Neuhof, kennt sich mit Kirschen also aus und weiß selbstredend, dass nur ein Viertel der deutschen Ernte auf Sauerkirschen entfällt. Im Sturm debütierte Erhan Yilmaz erstmals in der Startelf. Da er schon in der Jugend für die Blauen auflief, ist ihm Wildwuchs in jeglicher Form bestens bekannt. Die Arminen machten sich sogleich an die Ernte und wollten direkt zeigen, dass mit ihnen nicht gut Kirschen essen ist. Die erste Chance hatte Retwan Defli, der eine Flanke von Robin Wedemeier auf den Fuß bekam, aber verpasste. Im Gegenzug hatte der Gast aus Neuhof die dicke Möglichkeit zur Führung und vergab nach acht Minuten. Es sollte für lange Zeit die einzige Torannäherung der Kirschen gewesen sein. Der SVA zog nun sein Spiel auf und kam in Person von Ferhat Bikmaz zum nächsten Abschluss. Nach einer Viertelstunde gab Dag Rüdiger Scharf rein, sein Ball fand aber keinen Abnehmer. Eine Minute später war es wieder Ferhat Bikmaz, der verpasste und nur zwei Zeigenumdrehungen danach versuchte es David Lučić aus der Distanz. Eine Flanke von Yannick Bahls verpasste Ferhat Bikmaz nur knapp und Samuel Owusu scheiterte aus kurzer Distanz nach 23 Minuten. Die Führung lag förmlich in der Luft, aber die besten Kirschen fressen immer die Vögel. Der Sturmlauf der Blauen ging weiter, Erhan Yilmaz versuchte es nach 30 Minuten sehenswert volley, Retwan Defli kurz nach per Kopf und anschließend Erhan Yilmaz wieder direkt. Die Gäste kamen kaum aus ihrer Hälfte, die Arminen hatten drückend Ballbesitz und eine Chance reihte sich an die nächste. Kurz vor der Pause scheiterte erst David Lučić, dann Ferhat Bikmaz und letztlich Retwan Defli aus kurzer Entfernung. Da hätte mindestens ein Tor fallen müssen! So ging es torlos in die Pause, die niemals torlos hätte sein dürfen. Drei oder vier Tore hätten fallen könne, ja müssen und niemand hätte Einwände dagegen gehabt. Die Gäste verkauften sich bisher eher als Schattenmorellen denn als Piermont-Kirsche, aber nicht nur der geneigte Kleingärtner weiß, dass die letzten Kirschen teurer sind als die Ersten. Darauf einen Kirschlikör.

Besser spät als nie

Die Gäste konnten sich in der Pause etwas erholen und bekamen vielleicht ein paar Kaffeekirschen gereicht. Aber nach zehn Minuten im zweiten Durchgang nahm der SVA wieder Fahrt auf. Ein Distanzschuß von Dag Rüdiger leitete den zweiten Teil der Obsternte ein. Yasin Ayaz, gerade frisch im Spiel, versuchte es anschließend im Strafraum, aber verhaspelte sich. Nach 20 Minuten war den Gästen die lange den langen Sommer an und Neuhofs Schlussmann musste sich erstmal auf Bischofshols schönster Obstwiese ausruhen. Anschließend weckte ihn erneut Dag Rüdiger, der eine Ecke von Ferhat Bikmaz an den Pfosten köpfte. Erhan Yilamz steckte stark auf David Lučić durch, dem aber eine Abseitsposition unterstellt wurde. Eher nicht. Yilmaz Dag zog nun alle Register, blätterte im Strasburger und brachte mit Hamilton Kuffour Arminias Tollkirsche auf den Platz. Dieser versuchte sich sogleich, sein Schuss wurde aber geblockt. Ferhat Bikmaz setzte Hamilton Kuffour in Szene, aber sein Pass erreichte diesen nicht. Wer Kirschen essen will, braucht jedoch nicht in den Nussbaum zu schlagen und so setzt mit David Lučić ein Kenner der mediterranen Kirschverarbeitung dieselbige auf die Torte. Ein Dribbling im Strafraum, eine Körpertäuschung und ein Neuhofer Bein führten in Kombination zum berechtigten Strafstoß. Diesen hat der Gefoulte bekanntlich selbst zu schießen, wie man weiß und so verwandelte David Lučić sicher vom Punkt nach 82 Minuten zur Führung. Mon Cherie! Kurz danach wäre aus der Schwarzwälder Kirschtorte doch nur ein Kirschplunder geworden, aber einen Freistoß der Gäste guckte Armimias Keeper Dominik Grimpe mit der Erfahrung von 101 Spielen für den SVA dermaßen gekonnt an den Pfosten, dass nicht wenige der 445 Anwesenden gerne Zirkel und Lineal zur Nachvermessung herausgeholt hätte. Offensiv hatte dann Ferhat Bikmaz das letzte Wort, veredelte einen sehenswerten Pass von Anton Zholud eiskalt und nagelte die Kirsche ins Netz. Ende. Der SV Arminia gewinnt ein Spiel mit 2:0, welches er auch gerne 5:0 oder höher hätte gewinnen können und wenn das die abschließenden Worte eines Spielberichtes sind, dann gibts doch wirklich nichts zu meckern.

Damen und die Zwote verlieren

Nicht ganz so rund lief das Restwochenende des SV Arminia. Die Erste Damen verlor auf heimischem Geläuf vor einer stattlichen Zahl an Fans mit 2:4 gegen die Zwote von 06 Lehrte, zeigte dabei aber Moral und führte zwischendurch sogar. Da geht was! Die Zwote wiederum bezog eine Tracht Prügel an den Herrenhäuser Gärten, aber da ist es mit der Botanik ja ohnehin immer etwas drüber. 0:7 hieß es am Ende gegen den TuS Marathon.

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