Arminia siegt im Stile einer Spitzenmannschaft beim TSV Mühlenfeld
Nach dem dänischen Unentschieden am letzten Spieltag gingen die Blauen wieder auf Reisen und gastierten beim TSV Mühlenfeld im Neustädter Land in Hagen. Der dort ansäßige TSV fasst die fußballbegeisterten Menschen aus gleich vier Ortschaften zusammen, nennt sich nach einer alten Flurbezeichnung Mühlenfeld und hat ein Wappen, welches an eine Ammerländer Wurstfabrik erinnert. Um die Wurst ging es für den SVA auch, denn die stark ersatzgeschwächte Truppe hat ein happiges Programm vor sich und wollte ein kleines Speckpolsterchen auf den Punktekonto anfuttern. Dafür standen dem Schlachtermeister Yilmaz Dag gleich einige Spieler nicht zur Verfügung. Robin Wedemeier und Retwan Defli waren gesperrt, Jannis Pläschke und Vlad Pronko mussten kurzfristig mit Schweinegrippe passen, Dag Rüdiger verhindert und Justin Grete unter der Bezeichnung Studienfahrt irgendwo in der Welt unterwegs, um vom großen SV Arminia zu erzählen. Dafür stand Aron Gebreselasie erstmals in dieser Saison im Kader.
Frühe Führung durch Yasin Ayaz
Die Blauen starteten erstmals mit Daniel Rotenberg auf der Sechserposition und Moritz Alten in der Innenverteidigung, während Emin Sassi rechts hinten ausputzte. Die erste Chance hatten jedoch die Gastgeber nach fünf Minuten, bevor die Bischofsholer Jungs zwei Minuten später eiskalt zuschlugen. David Lučić steckte formschön auf Yasin Ayaz durch, der den gegnerischen Torwart umkurvte und eiskalt in die Fleischtheke einschob. Nach einer Viertelstunde fast der Doppelpack, als Erhan Yilmaz auf Yasin Ayaz ablegte, der jedoch scheiterte. Der folgende Eckball wurde fast zum Bumerang, als die kurze Variante David Lučić nicht erreichte und so ein Konter eingeleitet wurde. Der kroatische Spielmacher der Blauen hatte Glück, dass seine Blutgrätsche im Mittelfeld ins Leere lief und der anschließende Konter versandete. Defensiv schlichen sich in der Folge einige Unaufmerksamkeiten ein, die der Gastgeber aber nicht veredeln konnte. Yasin Ayaz hatte nach einer halben Stunden wieder einen Abschluss und leitete damit ein wahres Chancenfeuerwerk ein. David Lučić legte zunächst auf Ferhat Bikmaz ab, der das Tor verfehlte. Dieser bediente kurz danach Erhan Yilmaz im Strafraum, der den Ball herrlich aufs Tor zirkelte und einen Treffer verdient gehabt hätte. Nur der Mühlenfelder Tormann hatte etwas dagegen und seine Finger dazwischen. Samuel Owusu bestellte ebenfalls noch einen Abschluss der rustikalen Art, wurde jedoch nicht bedient. So ging es mit einem 1:0 für den SVA in die Pause, die jedoch auch ein oder zwei Tore hätten erzielen können oder müssen. In der Halbzeit gabs für jeden Spieler eine Gesichtswurst, dann wurde weitergespielt.
Arminia macht den Sack nicht zu
Mit der knappsten aller möglichen Führungen ging es in den zweiten Durchgang, der einige Kuriositäten bereit hielt. Yasin Ayaz setzte die Kugel nach einer Ecke über das Tor. Samuel Owusu tat es ihm gleich nach schönem Dribbling. Nach einer Stunde kam Hamilton Kuffour ins Spiel und vollbrachte die Meisterleistung, eine Minuten später den Ball am leeren Mühlenfelder Tor vorbeizuschieben. Das hätte die Entscheidung sein können. Zehn Minuten später legte der offensiv immer wieder eingesetzte Yannick Bahls Yasin Ayaz in Szene, der aus fünf Metern den Ball übers Tor wuchtete. Das hätte die Entscheidung sein müssen! Ferhat Bikmaz versuchte es von der Mittellinie, traf das Tor aber nicht und läutete damit ungewollt eine Schlussoffensive der Mühlenfelder ein, die ihr Glück kaum fassen konnten. Eigentlich hätten sie schon hoffnungslos zurückliegen müssen, aber eigentlich ist im Fußball auch ein bedeutsames Wort. Die erste dicke Chance hatte der TSV nach 82 Minuten, drei Minuten später vereitelte Dominik Grimpe bockstark aus kürzester Distanz. Einen fragwürdigen Freistoß wuchteten die Mühlenfelder in der Schlussminute vor den Kasten der Blauen, nur um ihn aus zwei (!) Metern neben das Gehäuse zu setzen! Im Gegenzug die große Chance zur Entscheidung durch Yasin Ayaz, der am Keeper scheiterte und dann erneut das freistehende Tor verfehlte. Im Gegenzug dann fast der Knockout. Die letzte Minute der Nachspielzeit lief und die Gastgeber machten die Kugel noch einmal im Strafraum der Arminen fest. Der letzte Schuss verfehlte freistehend aus wenigen Metern, man ahnt es bereits, das freie lange Eck von Dominik Grimpe um Haaresbreite! Danach war Abpfiff und dem mitgereisten Anhang plumpsten ein paar Mühlsteine vom Herzen. Wenn man oben steht, dann gewinnt man auch solche Spiele. Wir kennen eigentlich die andere Seite zur Genüge und bedanken uns für diesen Perspektivwechsel. Bei aller Freude sollte aber betont werden, dass dieses Spiel niemals so spannend sein musste. Sei es drum, als Spitzenreiter geht der SVA in die heißen Wochen gegen sämtliche Titelkandidaten. Das ist doch was, was sich gut anfühlt.
Auch die Zwote siegt
Ein Erfolgserlebnis gelang der Zwoten, die gegen den SV Zeder II den ersten Saisonsieg einfuhr und damit den Aufwärtstrend bestätigte. Glückwunsch dazu! Die Damen gewannen auch, neben Sympathien auch Erfahrung. Punkte gab es leider keine, aber dafür wurde eben auf den passenden Gegner gewartet. Dieser stellt sich nächsten Sonntag in Bischofshol vor.