Arminia unterliegt zuhause Iraklis Hellas
Die Sieglosserie des SV Arminia geht weiter, denn auch gegen Iraklis Hellas konnte auf heimischem Geläuf nicht gewonnen werden. Es setzte eine Niederlage, die richtig wehtut. Die Griechen aus Hainholz nahmen drei Punkte mit und mussten dafür nicht einmal großartig aufspielen. Man muss nun nicht tief mit der griechischen Mythologie vertraut sein, um zu wissen, dass Demeter keine Marke für Bio-Produkte ist, sondern die Göttin der Fruchtbarkeit der Erde und des Ackerbaus. Sie entsandte Triptolemus, um die Kunst des Ackerbaus zu verbreiten und in die Welt zu bringen. Irgendwann muss dieser Halbgott also in Bischofshol vorbeigereist sein, als er in Eleusis falsch abgebogen ist. Jedenfalls lehrte er hier die hohe Kunst der Rasenpflege und schuf so einen Fußballplatz, der seinesgleichen sucht. In seiner grünsten Pracht, seiner herrlichen Ebenerdigkeit und seinen geraden Linien stellt er gar die Herrenhäuser Gärten in den Schatten. Der Platz wird derart liebevoll gepflegt, dass auch dieses Spiel 20 Minuten später angepfiffen wurde, weil Vorstand Frank Willig, ein später Schüler Triptolemus´, die Perfektion der Halmsymphonie herstellen wollte und allerlei antiker Gerätschaft die Rasenkunst vollendete. Alsdann ging es los mit dem Spiel.
Grottige erste Halbzeit
Demeter also, die griechische Göttin der Rasenpflege, hatte eine Tochter. Persephone war die Göttin des Frühlings und mit der Zeitumstellung sind wir recht weit weg davon. Persephone war also unterwegs auf einer Wiese und pflückte Narzissen. Auf dieser Wiese forderten die Blauen nach fünf Minuten einen Handelfmeter. Aus der Position des Beobachters war das nicht zu erkennen. Vielleicht war es ganz gut, dass es keinen Elfmeter gab. Dazu später mehr. Aron Gebreselasie versuchte sich nach acht Minuten nach einer Ecke, aber das war es zunächst auch. Kommen wir zurück zur Narzissen pflückenden Persephone, die von der Wiese weg entführt wurde. Hades kam aus der Unterwelt hervor und fing sie ein, um sie zur Frau zur nehmen. Das war selbst im antiken Griechenland übergriffig. Das Hades der Bruder von Demeter war, lassen wir mal beiseite. Ebenfalls aus der Unterwelt stieg ein Verteidiger des SV Iraklis Hellas hervor, der eine simple Ecke am Fünfmeterraum unbedrängt zur Führung einköpfte. Demeter war so traurig über den Verlust ihrer Tochter, dass sie den Pflanzen verbot, zu wachsen. Als Göttin des Ackerbaus ist das möglich. Ähnlich ging es in Bischofshol zu. Der Rasen wuchs nicht mehr und mit das Spiel des SVA. Nichts, aber wirklich gar nichts gelang. Erhan Yilmaz hatte nach 40 Minuten den ersten Abschluss, Hamilton Kuffour kurz danach noch einen, stand aber im abseits. So ging es in die Pause. Dort sollte es in der Kabine laut werden.
Arminia drückt, Iraklis trifft
Die Blauen kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Göttervater Zeus, hier in Person von Yilmaz Dag, hatte genug. Zeus entsandte Hermes, den Götterboten, in die Unterwelt. Yilmaz Dag beschränkte sich auf seine Mannen und die legten stark los. Hamilton Kuffour und Samuel Owusu setzten erste Zeichen. In der 55. Minute schnibbelte Erhan Yilmaz einen Eckball in die Gefahrenzone und Yannick Bahls köpfte mustergültig zum Ausgleich ein. Hamilton Kuffour hatte kurz danach die nächste gute Gelegenheit und der SVA war am Drücker. Das Tor erzielten aber die Griechen. Ein tückischer Aufsetzer segelte über Dominik Grimpe hinweg ins Tor und die Gäste führten erneut. Hermes indes wollte Hades die Freilassung von Persephone befehlen. Diese hatte aber schon einen Granatapfel verzehrt, also soetwas wie eine Art Dauerkarte gelöst und musste deswegen in der Unterwelt bei Hades bleiben. Von den 12 Kernen hatte sie vier bereits gegessen und Hermes verhandelte nun, dass Persephone an vier Monaten im Jahr in der Unterwelt bleiben musste und in den anderen acht Monaten bei ihrer Mutter weilen durfte. So in etwa wurde übrigens die Winterpause erfunden. Der SVA bekam indes den anfangs erwähnten Elfmeter zugesprochen, Ferhat Bikmaz legte sich die Murmel zurecht und da der SVA bisher erst zwei Granatapfelkerne in Form von verschossenen Elfmetern vorzuweisen hatte, ging auch dieser nicht ins Tor. Der griechische Schlussmann hielt und wie in Pattensen eine Woche zuvor versiebte der SVA vom Punkt. Tatsächlich drückte der SVA weiter auf den Ausgleich, die größte Chance hatte Yannick Bahls in der Nachspielzeit per Flugkopfball. Das Erntedankfest für Demeter fiel aus, immerhin ist die Rasenkunst ihres Entsandten geblieben. Der SV Arminia steckt indes tief im Schlamassel, die Sieglosserie hält an und man befindet sich im tristen Niemandsland der Tabelle wieder. Immerhin ist die Unterwelt noch weit entfernt, aber Spiele des SVA machen gerade in etwa soviel Spaß wie ein Abendessen mit Hades beim Griechen. Damit schließen wir unseren kleinen Exkurs in griechischer Mythologie und legen uns wieder ins Bett. Da kann nichts passieren. Hoffentlich.
Zwote nächste Woche im Pokal
Die Zwote ist an diesem Wochenende spielfrei und kann sich damit voll und ganz auf die nächste Pokalhürde vorbereiten. Nächste Woche Donnerstag geht es bei der zweiten Mannschaft des HSC um den Einzug in die nächste Runde. Unsere 1. Damenmannschaft genießt derweil noch den Ausklang der Herbstferien und bestreitet am morgigen Montag ihr Auswärtsspiel bei DJK BW Hildesheim.