Schützenfest im Bischofshol – 4:4 gegen den 1. FC Wunstorf
Es gibt diese Tage, da passt einfach alles. Wie bei einem Ausflug aufs Schützenfest, worauf man sich die ganze Woche gefreut hat. Das Wetter spielt mit, die Fans pilgern reichlich ins Stadion, der Vorstand schneidet die erste Hopfenernte vom Zaun und der beste Rasen ist dermaßen gut in Schuss, dass sogar kurz vor Anpfiff noch kleine Pflegearbeiten erledigt werden. In verschiedensten Texten um den Fußball würde nun der Satz geschrieben stehen, dass es angerichtet wäre. Beim SV Arminia wird aber nichts angerichtet, hier wird Fußball gespielt. Und jeder oder jede, die gestern dabei war, würde ihn auch als sehr unterhaltsam bezeichnen. Wie ein Schützenfest eben. Wir gehen näher darauf ein.
Die Blauen vertrödeln die erste halbe Stunde
Der Bruchmeister von Bischofshol, Yilmaz Dag, konnte wieder ein paar Kicker mehr in der Umkleidekabine begrüßen. Dag Rüdiger kehrte zurück in den Kader, Robin Wedemeier hatte seine Sperre abgesessen und Justin Grete ist von seinem Schulausflug zurückgekehrt. Einen Schockmoment erlebte Jannis Pläschke im Training, als er sich am Knie verletzte. Alles Gute und schnelle Genesung, Jannis! Nicht in den Kader geschafft hat es erneut nicht Uwe Cording. Am Fitnesszustand des Sportlichen Leiters kann es nicht liegen, denn hier kann auch von einem sportlichen Leiter geschrieben werden. Um kurz nach 17 Uhr pfiff der Unparteiische Marc-Oliver Reschke in seine Trillerpfeife und eröffnete die Partie. Die Kicker von der Barne hatten nach 60 Sekunden die erste Torchance, wurden jedoch von Schlussmann Dominik Grimpe am Torerfolg gehindert. Anschließend schlenderten die Blauen über den Schützenplatz und guckten sich alle Attraktionen erst einmal an. Ein gemütlicher Nachmittag mit den Liebsten eben. Eigentlich hätten die Blauen nach 20 Minuten aus der Müßigkeit gerissen werden, klärte Erhan Yilmaz für die Seinen doch einen Abschluss auf der Linie! Deswegen stehen Fußballer bei Eckbällen am Pfosten, wurde auf dem Lahmannhügel erklärt. Warum der SVA nicht einen Gang hochschaltete fand jedoch keinen Erklärungsansatz. Die Wunstorfer kombinierten sich rustikal durch den Strafraum der Blauen und schlossen nach 25 Minuten zur Führung ab. Vier Minuten später erhöhten sie, die Blauen pennten diesmal richtig tief und fest und ein Andalusier im Dienste der Wunstorfer, der seine größte Zeit im blauen Dress hatte, erhöhte. Nicht unverdient zu diesem Zeitpunkt. Coach Yilmaz Dag holte nun ein paar Groschen aus der Schatulle und die Blauen legten nun auch los. Erhan Yilmaz nach einer halben Stunde drüber, Yasin Ayaz kurz danach ins Tor, aber dieser Versuch ging dem Schiedsrichter zu ungestüm vonstatten. Wir sind ja nicht beim Autoscooter! Ferhat Bikmaz sorgte kurz vor der Pause für den Anschlusstreffer, sein direkt verwandelter Freistoß segelte formschön in den Kasten der Wunstorfer, die Schiffschaukel auf dem Schützenplatz hat nicht weniger Schwung. Damit ging es in die Halbzeitpause, wo es Zuckerwatte und gebrannte Mandeln für die Kleinen gab und die Fraktion der alten Herren vielleicht eine Lüttje Lage zwitscherte. Wissen wir nicht, aber muss gut gewesen sein.
David Lučić zündet das Feuerwerk
Wer nicht zum Wiederanpfiff zurück am Platz war, der würde was verpassen. Yasin Ayaz spielte sehenswert David Lučić an, der umgehend abzog und egalisierte. Die Wunstorfer antworteten prompt und stellten nur eine Minute die Führung wieder her, bevor der SVA ein zweites Mal in dieser Halbzeit ausglich. Robin Wedemeier spielte bediente dieses Mal David Lučić, der sich in einen kleinen Rausch spielte und an der Losbude gerade groß absahnte, denn nach einer Stunde gelang ihm der dritte Treffer des Tages, wieder von Yasin Ayaz aufgelegt und dieses Mal herrlich über den Torwart gelupft. Auf einmal führte der SVA in diesem wilden Spiel und Riesenrad drehte sich immer weiter. David Lučić spielte Erhan Yilmaz frei, der den Ball eigentlich nur einschieben muss, aber die Murmel daneben setzte. Dag Rüdiger hatte nach seiner Einwechslung eine gute Chance und gleich zweimal hätte der ebenfalls eingewechselte Anton Zholud den fünften Treffer der Blauen erzielen müssen. So kam es, wie es kommen musste. Auch so eine Floskel aus dem Fußballlexikon. Ein recht ungefährlicher Ball aus dem Halbfeld in der Nachspielzeit und ein Dominik Grimpe, der sich knapp verschätzte und da lag die Kugel im Tor der Blauen. Ausgleich. Tatsächlich hatten die Blauen auf dem Schützenplatz noch eine Chance auf die große Nummer, aber Hamilton Kuffour hatte zu viel Auswahl und konnte sich nicht so recht entscheiden. Er zog also die Niete. Abpfiff. Und nun? Enttäuschung ob des späten Gegentores oder Freude über das Feuerwerk? Von beidem ein bisschen. Nicht viele Truppen kommen nach einem 0:2 derart zurück. Wunstorf ist keine Laufkundschaft und die Barnekicker wissen auch, wie man den Lukas haut. Am Ende war es ein Gewinn für alle, die dieses Spiel besucht haben. Acht Tore gab es in der letzten Saison in einer Halbserie nicht, also kein Grund sich zu beschweren.