Arminia verteilt Geschenke zum Erntefest
Erntefest in Ramlingen. Das Dorf steht still. Sogar der Fußball spielt dann nur eine Nebenrolle und muss auf einen Mittwochabend verlegt werden. Man weiß halt, wo man herkommt und wie man es zu schätzen hat. So geht es auch dem SVA, der von der Tabellenspitze aus anreist und diese Ausgangssituation auch schätzt. In Ramlingen waren die Spiele immer heiß umkämpft, was nicht zuletzt am Kinderspielfeld lag, wo sonst die Spiele ausgetragen. Gestern aber nicht, da war der B-Platz mitsamt seinem Charme Austragungsort des Landesligaduells.
Arminia gleicht verdient aus
Die Blauen konnten wieder auf Robin Wedemeier setzen, mussten jedoch auf Samuel Owusu verzichten. Auf der Bank nahm erstmals Björn Masur Platz. Auf Ramlinger Seite fielen ebenfalls einige Erntehelfer aus, aber die Truppe aus dem Speckgürtel hat seit jeher einen tiefen und qualitativ hochwertigen Kader. Neu ist jedoch im Regelwerk, dass nicht nur Einwürfe und Eckbälle innerhalb von acht Sekunden ins Feld befördert werden müssen, unabhängig davon wie komplett falsch die Einwürfe ausgeführt werden, sondern dass sich der Mannschaftskapitän die Binde nicht nur über den Arm stülpen, sondern auch auf den Kopf setzen kann. Wieder was gelernt. Fussball, du Quell des ewigen Wissensdurstes! Die erste Aktion im Spiel hatte Robin Wedemeier, der nach fünf Minuten gefährlich abschloss. Die zweite Aktion hatte auch Robin Wedemeier, der sich früh im Spiel verletzte und durch Moritz Alten ersetzt wurde. Daniel Rotenberg versuchte es nach einer Viertelstunde, schoss aber drüber. Emin Sassi erkämpfte sich den Ball stark auf dem Feld, erntete Applaus und legte ab auf Ferhat Bikmaz, der aber in die Weizenfelder abschloss. Ähnlich agil eroberte David Lučić die Kugel nach 30 Minuten, legte auf Emin Sassi ab, der aber eine Flanke ohne blaues Ziel schlug. Kurz danach fing sich der SV Arminia das erste Gegentor, es hatte sich nicht wirklich abgezeichnet und kam eher aus dem Nichts. Yannick Bahls setzte ein Zeichen, senste einen Erntehelfer um und sah dafür den gelben Karton. Eine Karte, die wohl so in Ordnung geht. Kurz danach egalisierte der SVA, nachdem David Lučić einen mustergültigen Pass auf Yasin Ayaz spielt, der aus spitzem Winkel gekonnt abschloss und das lange Eck bediente. Ein guter Landesligatorhüter hätte hier vielleicht den Ausgleich verhindern können, aber der steht nun einmal im anderen Tor. Kurz vor der Pause gönnte sich Ramlingens Nummer 7 gleich zwei Auszeiten und legte sich ab, aber das Publikum reagierte erbost. Pause kann gemacht werden, wenn die Ernte eingeholt wurde. Die Jugend heutzutage ist auch nicht mehr dass, was früher mal war. Immer nur hinlegen. Kurz vor der Pause hätte Yasin Ayaz fast die Führung der Blauen erzielen können, wurde aber vom Schiedsrichter zurückgepfiffen, der ein Handspiel gesehen haben will. War ohnehin nicht sein guter Tag, aber das sei hier nur am Rande erwähnt und hat mit dem Ausgang des Spieles auch nichts zu tun. Aber vielleicht hat der NFV irgendwo in Egestorf noch ein Lehrvideo, wie Einwürfe richtig auszuführen sind. So ging es unentschieden in die Pause. Der SVA war am Drücker und hatte auch mehr vom Spiel, aber davon hat man in dieser Sportart nichts,
Arminia verteilt Geschenke
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste Hälfte aufgehört hatte. Die Blauen machten Druck und hatten nach einem langen Ball mit Erhan Yilmaz die erste Chance. Dann wurden jedoch Erntegeschenke verteilt. Zunächst geriet ein langer Rückpass von Moritz Alten viel zu kurz, ein Ramlinger Erntehelfer sprintete dazwischen und setzte den Ball in die Scheune von Dominik Grimpe. Kurz danach legte der Innenverteidiger der Blauen das zweite Ei in den Präsentkorb, als er einen Zweikampf in Sechzehner zu rustikal ausführte und der fällige Elfmeter zum dritten Tor der Ramlinger führte. Es war zwar noch eine halbe Stunde zu spielen, aber im Eigentlichen war der Stecker gezogen. Die Blauen zeigten Einsatz, erkämpften sich Bälle, aber hatten zu wenig Ideen gegen eine Ramlinger Defensive, die sicher stand. Vielmehr setzten die Hausherren den einen oder anderen Nadelstich und hätten noch ein oder gar zwei Tore mehr schießen können, als der SVA aufmachte. Dominik Grimpe rettete mehrfach grandios, einmal im Verbund mit Yannick Bahls. Aus dem Kuriositätenkabinett dann die Szene der zweiten Halbzeit, als ein Erntehelfer wieder eine kleine Pause einlegen wollte, es sich dann doch anders überlegte und der eilig herbeigerufene Masseur den Überblick verloren und als Flitzer über den Platz lief, um einen zu versorgenden Spieler zu suchen, den es nicht gab. Unter gütiger Hilfe einiger Anwesenden konnte der offensichtlich orientierungslose Mann vom Platz geleitet werden und zurück zur Ramlinger Bank gebracht werden. Nach etwas mehr als neunzig Minuten war Schluss in einem Spiel, in dem der SVA zuviele Geschenke verteilte und selbst offensiv einiges vermissen ließ, was am letzten Samstag noch so hervorragend gelang. Der Sieg geht demnach auch vollkommen in Ordnung, aber das soll den Saisonstart nicht schmälern. Nun sind zehn Tage Zeit, um einige Blessuren auszukurieren und sich zu sammeln. Dann geht es zum SV Bavenstedt, die aktuelle einen ziemlichen Lauf haben. Aber darum kümmert sich dann der werte Kollege Sandrock in seinem Vorbericht. Zunächst steht ein spielfreies Wochenende an und wer nichts vor hat, kann ja zum Erntefest nach Ramlingen fahren. Scherz!