Gebrauchter Tag für den SVA
Es gibt Tage, da läuft einfach gar nichts zusammen. Der gestrige Tag war so einer. Wenn der sonst stets gut gelaunte Sportlicher Leiter schon mit Sorgenfalten in den Katakomben umhertigert und die verletzten und angeschlagenen Spieler kaum mehr aufzählen kann, dann ist dies ein erstes Zeichen. Gesperrte Zufahrtswege aufgrund einer Laufveranstaltung und einsetzender Regen kurz vor Beginn der Partie schlugen ebenso auf das Gemüt und die Minuskulisse von 280 Fans trotz attraktivem Gegner, immerhin war der Oberligaabsteiger zu Gast, stehen sinnbildlich für die Stimmungslage. Als Schiedsrichter Steven Schillgalies zu Ende des Aufwärmprogrammes erklärte, das Spiel auf dem nicht bespielbaren Platz nicht anpfeifen zu wollen, erreichte die Stimmung den Tiefpunkt. Eilig wurde das ramponierte Grün mit Schubkarrenladungen Sand geflickt. Wühlmäuse und Maulwürfe haben sich am saftigen Rasen in Bischofshol erquickt und so ein Terrain hinterlassen, wie man es von Open Airs kennt. Selbst nach Einlaufen der Teams und erfolgter Seitenwahl war der Unparteiische nicht sicher, ob dieses Spiel regelkonform angepfiffen werden könne. Die Gäste aus dem Kreis Diepholz gaben ihre fachmännische Auskunft zum Thema Landwirtschaft ab und beherzt halfen Vorstandsmitglied Florian Sandrock und die Nachwuchshoffnung der Zweiten Herren, Marius Lahme, zu Schaufel und Eimer und beseitigten die letzten Zweifel. Als mit fünfzehnminütiger Verspätung die Partie angepfiffen wurde, ernteten die Beiden Szenenapplaus. Es sollte der einzige Applaus an diesem Tag bleiben.
Arminia läuft der Musik hinterher
Coach Yilmaz Dag stellte die gesündesten elf Spieler zusammen und gab ihnen eine strukturierte Formation auf den Weg. Viel sollte in der Umsetzung damit nicht gelingen und ein letztes Mal in diesem Bericht, vielleicht ein vorletztes Mal, sei darauf verwiesen, dass sich einige Spieler in den Dienst der Mannschaft stellten, denen eine Schonung vermutlich besser getan hätte. Nach zehn Minuten hätten die Blauen durchaus in Führung gehen können, nach einer Ecke lag der Ball mehrfach im Matsch und diverses Gestocher im Wetschener Strafraum konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Im Gegenzug fiel das Führungstor nach einem Standard, ein langer Freistoß fiel ins lange Eck. Die Gäste liefen fortan früh an, waren griffiger in den Zweikämpfen und verteidigten rustikal aber fair. Den Blauen fiel nichts Konstruktives ein, es herrschte viel Konfusion und Stückwerk. Rund eine halbe Stunde war gespielt, als die beste Phase begann. Zunächst immerhin ein Abschluss von Retwan Defli, danach eine Möglichkeit von Hamilton Kuffour und zuletzt ein direkt getretener Freistoß von David Lučić, den Wetschens Keeper sehenswert entschärfte. Kurz vor der Pause hätten die Gäste erhöhen können, allerdings agierten sie nach Patzer von Bülent Durduran doch recht blind. Arminia bekam kurz vor der Pause noch eine Ecke aus der Kategorie Slapstick zugesprochen, jedoch brachte diese nichts ein. Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht und so kam auch keine Ecke an. Quasi mit dem Halbzeitpfiff verletzte sich ein Gästeakteur schwer, beste Genesungswünsche an dieser Stelle in die Richtung Diepholz.
Es läuft einfach nicht
Die zweite Halbzeit konnte ohne die Gartenbaukunst der beiden oben genannten Akteure stattfinden, stattdessen mit dem frisch eingewechselten Aron Gebreselasie. Hatten die Fans der Blauen auf ein Comeback gehofft, so hätte Hamilton Kuffour dieses einläuten können. Seine Chance kurz nach Wiederbeginn war gut, aber eben nicht drin. Im Gegenzug legten die Gäste nach, eine feine Hereingabe wurde im Nachschuss veredelt und wer sich mit Fußball ein bisschen auskennt, der wusste um die Bedeutung dieses Treffers nach 50 Minuten. Es läuft eben nicht. Möglicherweise hätte dem SVA nach knapp einer Stunde ein Handelfmeter zugesprochen werden können, vielleicht gar müssen, aber es läuft bekannterweise nicht. Ein Fernschuss aus der Distanz sei noch zu verzeichnen, zwei Glanzparaden von Dominik Grimpe und ein Gegner, der letztlich alles rigoros verteidigte. So ging dieses Spiel zu Ende und man hätte es früh ahnen können. Gerade ist der Wurm drin. Von den letzten sechs Spielen konnte nur eines gewonnen werden und die Personalsituation, sie sei ein letztes Mal erwähnt, bleibt angespannt. Jammern hilft nichts und wenn man das Positive sehen möchte, dann hat der SV Arminia dieses Spiel immerhin zu elft beendet und vielleicht sämtliche negativen Faktoren in einem Spiel vereint.
Nächste Woche nach Pattensen
Am kommenden Sonntag geht es zum Aufsteiger nach Pattensen. Die Blauen benötigen hier eine Leistungssteigerung, wenn Zählbares mitgenommen werden will. Bis dahin werden einige Tuben Voltaren verbraucht werden. Immerhin können Eimer und Schaufel in der Kabine bleiben.